Die Gründung I
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Die AA in der deutschsprachigen Schweiz wurde 1963 gegründet, d.h.. erst 10 Jahre später als die AA in der Bundesrepublik. Über die Gründungsgeschichte existieren nur Erinnerungen der Betroffenen sowie mündliche Überlieferungen von Zeitzeugen, die sowohl von unserem Projekt, als auch von einem Chronikteam der AA 1991 gesammelt wurden. Die deutschschweizerischen AA haben vor einem Jahr mit einem Versuch begonnen, die eigene Geschichte besser als bisher zu dokumentieren. Der Hintergrund war, dass viele der Gründungsmitglieder der jeweiligen AA-Gruppen ausgeschieden oder verstorben sind und so die mündliche Überlieferung zunehmend spärlicher wurde. Auf der anderen Seite bestand aber der Wunsch, die eigene Geschichte und die eigenen Traditionen zu kennen und als Leitbild für neue AA-Mitglieder fruchtbar zu machen.
Die folgenden Absätze basieren auf beiden Versuchen einer historischen Rekonstruktion (als erste Veröffentlichung des Chronikteams s. Chronikteam 1992) und sollen einen kurzen Überblick über die Gründungsgeschichte und die anschliessende Zeit geben.
Einer der wichtigsten Auslöser der Gründung der AA in der Deutschschweiz waren Aktivitäten der Karlsruher AA-Gruppe, die offensichtlich sowohl persönliche Kontakte aufbaute als auch „Pressearbeit„ betrieb.
Einer der dortigen Mitglieder (Fritz J.), kannte aus eigener Erfahrung verschiedene Kliniken in der Deutschschweiz und versuchte zu Beginn der 60er Jahre, die AA in diesen Kliniken bekannt zu machen. Dies hatte zur Folge, dass 1962 eine Gruppe „Nüchtern„ in der Heilstätte Kirchlindach (Kanton Bern) gegründet wurde, die noch nicht offiziell als AA-Gruppe fungierte, aber dennoch schon stark vom Gedankengut der AA beeinflusst war. Wichtigster Unterschied zu einer offiziellen AA-Gruppe war die Teilnahme von Behandlungspersonal an den Sitzungen dieser Gruppe.
Gleichzeitig begannen sich Patienten und in Ausnahmen auch behandelnde Professionelle aus anderen deutschschweizerischen Kliniken für die AA zu interessieren. Dies betraf sowohl die Klinik in Ellikon (1962) als auch eine Klinik in Solothurn (1962/63), letztere offensichtlich, nachdem W. Lechler dort einen Besuch gemacht hatte (vgl.. Chronikteam 1992). Walther Lechler ist Arzt aus Deutschland und kein Alkoholiker (und demnach auch kein Mitglied der AA), aber basiert seine Alkoholtherapie in Bad Herrenalb stark auf die Traditionen der AA.
Seine Schriften wurden und werden z.T. über den AA-Literaturvertrieb verteilt, insbesondere seine Abhandlung über „Alkoholismus - eine Krankheit?„ (AA 1979). Ein solcher Vertriebsweg ist ungewöhnlich und drückt einen sehr grossen Grad an Verbundenheit und Übereinstimmung aus: unseres Wissens sind die Schriften von Lechler die einzigen nicht offiziellen AA-Dokumente, die vom Literaturvertrieb der deutschsprachigen AA angeboten werden. Die erste AA-Gruppe in der deutschen Schweiz wurde Ostern 1963 in Luzern ins Leben gerufen. Einige der Gründungsmitglieder (5 Männer und eine Frau) waren im Vorjahr in Wiesbaden gewesen, um sich bei den deutschen AA über alle Voraussetzungen zur Gründung einer offiziellen AA-Gruppe zu erkundigen. Nach diesem Besuch führten sie noch 1962 gemeinsam mit dem bereits oben erwähnten Fritz J. und einem Pfarrer im Restaurant Capitol in Luzern einen Informationsabend zu diesem Thema durch (Chronikteam 1992).
2. Die Gründung II
3. Das erste Jahrzehnt
4. Die weitere Entwicklung
5. Stichprobe und Methode
6. Ergebnisse
7. Die Altersstruktur
8. Ämter innerhalb der AA-Gruppen
9. Treffen als wichtigste Aktivität einer AA-Gruppe