Die Gründung II
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Im gleichen Jahr noch wurden zwei weitere Gruppen in der Deutschschweiz gegründet, eine in Basel und eine in Zürich-Sihlhof Auch hierzu leisteten die Karlsruher AA entscheidende Hilfestellung. Die Karlsruher AA waren denn auch am ersten Treffen der gesamtschweizerischen AA im Juni 1963 in Luzern beteiligt, gemeinsam mit AA und zukünftigen AA aus Luzern, Basel, Zürich, Lausanne, Genf und Biel. Allgemein wird dieses Treffen als endgültiger Durchbruch für die AA in der Deutschschweiz angesehen.
Drei Aspekte des Entstehens von AA-Gruppen in der Deutschschweiz verdienen hervorgehoben zu werden:
Zum einen gab es ganz offensichtlich keinerlei Schrittmacherdienste aus den USA oder aus anderen angloamerikanischen Ländern, in denen die AA traditionellerweise stark sind. In vielen anderen Ländern wurden die ersten AA-Gruppen durch amerikanische GIs oder durch Missionare ins Leben gerufen. Vielmehr spielten persönliche Kontakte von Deutschland aus eine entscheidende Rolle. Diese Besonderheit der Schweiz gilt aber vor allem im Vergleich zu AA in nicht deutschsprachigen Ländern.
Zum zweiten kann man sagen, dass die deutschschweizerische AA in Kliniken und Heilstätten, die sich mit Alkoholtherapie befasst, ihren Ursprung hatte. Dabei spielten Patienten, ehemalige Patienten, aber auch das Behandlungspersonal eine wichtige Rolle. Auch diese Verbindung zwischen AA und dem professionellen Behandlungssystem stellt eine schweizerische Eigenart im Vergleich zur Gründung von AA-Organisationen in anderen Ländern dar. Die AA-Gründung in Polen in der jüngsten Vergangenheit weist auf den ersten Blick gewisse Parallelen zur schweizerischen Gründungsgeschichte auf. Es besteht aber ein wesentlicher Unterschied: Während in Polen die Initiative vor allem von den Professionellen im Behandlungssystem ausging („AA als billige Therapiealternative„), war die Initiative in der Schweiz in wesentlichen Anteilen von Alkoholikern bestimmt.Zum dritten gab es erstaunlich wenige Kontakte, bzw. Einflüsse zum vom französischsprachigen Teil der Schweiz, obwohl dort schon seit 1953 - z.T.. unterstützt durch Personen aus der WHO - relativ grosse AA-Gruppen existierten (die zuerst gegründete Gruppe „Léman„ zählte 1962 bereits über 150 Mitglieder:
Einen indirekten Einfluss aus der Romandie gab es allerdings über die AA-Gruppe in Biel, einer zweisprachigen Gemeinde im Kanton Bern. Hier wurde 1960 von einem französischsprachigen Sozialarbeiter eine AA-Gruppe gegründet, in der französisch die offizielle Sprache war, aber auch z.T.. deutsch gesprochen wurde.So ist also bei der Gründung schon ein Trend zu beobachten, der sich später fortsetzen sollte und bis heute anhält: Die deutschschweizerischen AA fühlen sich stärker sprachlichen als politischen Gemeinsamkeiten verbunden.So blieb das erste gesamtschweizerische Treffen der AA 1963 sogleich auch das letzte offizielle Treffen der AA für die Schweiz als Ganzes (mit - je nach Betrachtungsweise - Ausnahme der „25-Jahr-Feier der schweizerischen AA 1981 in Genf„). Inzwischen haben sich zwei AA-Organisationsstrukturen in der Schweiz gebildet, die wenig Kontakt miteinander pflegen.
1. Die Gründung I
3. Das erste Jahrzehnt
4. Die weitere Entwicklung
5. Stichprobe und Methode
6. Ergebnisse
7. Die Altersstruktur
8. Ämter innerhalb der AA-Gruppen
9. Treffen als wichtigste Aktivität einer AA-Gruppe