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75 Jahre Anonyme Alkoholiker

Wie es zum Geburtstag kam...



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Auszug eines Artikels den Bill im Januar 1951 im Grapevine veröffentlicht hat, anlässlich des Todes von Dr. Bob

Dr. Bob — in Verehrung

Es war an einem Samstag im Mai 1935. Das Geschäft, das mich nach Akron geführt hatte, stand unter einem schlechten Stern und ging prompt völlig daneben, ich stand da mit recht wackliger Nüchternheit. An diesem Nachmittag tigerte ich in der Eingangshalle des Hotels Mayflower in Akron auf und ab. Beim Blick in die Bar, die sich immer mehr füllte, bekam ich plötzlich fürchterliche Angst vor einem Rückfall. Es war die erste schwere Versuchung seit November 1934, als mein New Yorker Freund mir die Prinzipien dargelegt hatte, die später zur Gründung von AA führen sollten. Sechs Monate lang hatte ich mich in meiner neu gewonnenen Nüchternheit vollkommen sicher gefühlt, aber jetzt war dieses Gefühl plötzlich wie weggeblasen, ich fühlte mich hilflos und verlassen. Ich hatte in den, vergangenen Monaten zwar viel mit Alkoholikern in New York gearbeitet, aber das war mehr ein arrogantes Predigen gewesen. Ich wiegte mich fälschlicherweise in der Sicherheit, ich könne nicht mehr straucheln. Aber dieses Mal war es anders — ich brauchte Hilfe, und zwar augenblicklich.
Mein Blick fiel auf eine Anzeigetafel am anderen Ende der Halle. Auf gut Glück suchte ich mir einen der Geistlichen aus, die dort aufgeführt waren. Am Telefon erzählte ich ihm, ich müsse unbedingt sofort mit einem anderen Alkoholiker sprechen. Obwohl ich bisher keinen Erfolg damit gehabt hatte, war mir plötzlich klargeworden, wie sehr solche Gespräche geholfen hatten, mich bis jetzt nüchtern zu halten. Ich erhielt eine Liste mit zehn Namen. Er sei sicher, meinte der Geistliche, dass einige darunter seien, die mir weiterhelfen könnten. Eilig lief ich auf mein Zimmer, griff zum Hörer und begann zu telefonieren. Aber die Begeisterung ließ schnell nach: Keiner der ersten neun, die ich anrief, konnte oder wollte mir bei der Lösung meines Problems helfen.
Eine Nummer auf der Liste war noch übrig — die von Henrietta Seiberling. Seltsam — ich brachte nicht den Mut auf, ihre Nummer zu wählen. Aber nach einem weiteren Blick in die Bar da unten sagte mir eine innere Stimme: „Ruf sie an!" Ich tat es — und hörte zu meinem Erstaunen eine warme Südstaaten-Stimme durch den Äther zu mir sprechen.




© OK Freundschaftstreffen 2010

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