Infothek II
WDR 3/WDR 5 ZeitZeichen:
10. Juni 1935: Die Gründung der Anonymen Alkoholiker in den USA
Donnerstag, 10. Juni 2010 09:20
Reden, um sich selbst gegenüber wieder ehrlich zu werden und auch, um anderen Mut zu machen: Das ist bis heute das Erfolgsgeheimnis der Anonymen Alkoholiker. 60.000 Deutsche versuchen gerade mit ihrer Hilfe, trocken zu werden oder zu bleiben, denn gegen den Alkoholismus, so ein Glaubenssatz dieser weltweiten Organisation, muss man ein Leben lang kämpfen.
Autorin: Kerstin Hilt © WDR 2010
Hier findet ihr noch einen kleinen Film über das DLT in Hannover
Hier könnt ihr noch unsere Gründer hören und sehen
Wer des italienischen mächtig ist, kann hier noch einen Spot
der italienischen AA anschauen (lohnt sich auch ohne Kenntnisse der Sprache).
Die haben auch eine interessante Website
.
Plüschhund Boby kratzt am Tabu Eltern-Alkoholismus
Der knuddelige Plüschhund Boby soll Kindern alkoholabhängiger Eltern eine Botschaft überbringen: Dass Alkoholismus kein Tabu ist und dass Hilfsangebote existieren.
selber weiterlesen oder sich den Artikel vorlesen lassen
Meldung im Bezirksanzeiger (Fricktal) 19.11.2009
![]() |
Der Alkoholsucht entkommen
«Alkoholprobleme» – ein betroffener Fricktaler berichtet
Am heutigen nationalen Aktionstag «Alkoholprobleme» wollen Fachstellen auf die Risiken des Alkoholkonsums hinweisen. Vor allem Männer sind gefährdet, der Alkoholsucht zu verfallen. Der Weg aus der Sucht ist hart, aber möglich. Davon berichtet ein Betroffener.
Franz (Name geändert) kam früh mit Alkohol in Berührung. «Mit 15 habe ich die ersten Biere getrunken, die mir zwar nicht geschmeckt haben, aber ich wollte dabei sein», blickt er zurück.Später in der Ausbildung und im Militär ging es weiter, wurde es mehr. «Alkohol wurde mein ständiger Begleiter», berichtet Franz, selbstständiger Unternehmer in einer Gemeinde im Fricktal. Im Alter von 25 Jahren steckte er mitten in der Abhängigkeit. Morgens um 7 Uhr trank er das erste Glas Weisswein. «Auf den ganzen Tag verteilt kam ich auf drei Liter Wein und eine Flasche Schnaps», rechnet er vor. Der regelmässige Alkoholkonsum hinterliess Spuren – in seiner Familie, in seinem Geschäft. Trotzdem: «Ich habe mir lange nicht eingestanden, ein Alkoholproblem zu haben», sagt Franz. Erst eine Krankheit brachte ihn ins Stocken. «Der Arzt hat mir damals gesagt, ich müsse sofort aufhören zu trinken, sonst könnte es tödlich enden.»
Aufhören? Das ist leichter gesagt als getan. Franz schaffte es, aus eigenen Stücken sich vom Trinken zu lösen. «Das hielt ein, zwei Jahre an, dann ging es wieder los.» Trockene Phasen wechselten mit Rückfällen und Abstürzen. Als er 45 Jahre alt war, gab er sich einen neuen Ruck. Sagte sich: «Das muss ein Ende nehmen. Das ist meine letzte Chance.»
Franz ging zu Ärzten, machte Therapien und lernte die Anonymen Alkoholiker kennen. Die regelmässigen Treffen dieser Gruppe gaben ihm die Impulse, der Alkoholsucht zu entkommen. Parallel dazu besuchte er die Suchtberatung – zuerst in Basel, später in Rheinfelden. «Ein Gespräch gibt Luft», weiss er. Er wollte immer von der Alkoholsucht ablenken. «Etwas vom schwierigsten war, zuzugeben, dass ich ein Problem habe, und darüber zu reden», so Franz. Heute ist er 53 Jahre alt und trocken. Seine Erkenntnis: «Ich kann auch ohne Alkohol ein gutes Leben führen.» Die Suchtberatung war für ihn enorm wichtig. Darüber hinaus hat sich Franz ein soziales Netz gesponnen: «Ich habe immer jemand, der für mich da ist.»
Für Andere da sein: Das ist die Aufgabe der aargauischen Stiftung für Suchthilfen. Sie unterhält in sieben Städten Suchtberatungsstellen – auch in Rheinfelden, zuständig für das Fricktal. Das Rheinfelder Beratungsteam besteht aus Anna-Barbara Villiger (Leiterin), Silvia Weber, Daniel Quennoz und Pia Rothen (Sekretariat). Das Fachpersonal untersteht der beruflichen Schweigepflicht. Das Quartett ist gefordert. In 2008 nahmen 1114 Personen Kontakt mit der Suchtberatungsstelle Rheinfelden auf, 253 «Klienten» nahmen eine Betreuung in Anspruch. «Die Hälfte meldet sich wegen Alkoholproblemen», berichtet Silvia Weber. Die meisten kommen freiwillig. Das Verhältnis Mann-Frau ist frappierend: zwei Drittel Männer, ein Drittel Frauen bekennen, alkoholsüchtig zu sein. Der Weg aus der Sucht geschieht in vielen kleinen Schritten. «Aufhören zu trinken ist der erste Schritt. Aber meistens braucht es einen längeren Prozess», weiss Silvia Weber. Das Problem ist: Alkohol ist fast überall erhältlich.
Ihm den Rücken zuzukehren, ist eine grosse Herausforderung. «Der Druck kommt oft von aussen, wenn sich die Probleme zu häufen beginnen», berichtet Silvia Weber. Vielfach nehmen Familienangehörige von Betroffenen Kontakt mit der Suchtberatung auf. Im ersten Informationsgespräch wird die jeweilige Situation der Abhängigen untersucht. Dann wird gemeinsam nach Lösungen und Behandlungsformen gesucht. «Die kostenlose Beratung zieht sich meist über längere Zeit hinweg», so Silvia Weber. Sie spricht von einem «langen Ausstiegsprozess mit vielen kleinen Teilerfolgen».
Bezirksanzeiger (Fricktal) 19.11.2009
Alkohol beim Kochen
Kirsch im Fondue, Rotwein im Schmorbraten oder ein Schuss Weisswein der das Risotto besonders fein macht. Aber auch wenn es beim Kochen aus der Pfanne dampft, heisst das noch lange nicht, dass sich der Alkohol beim Kochen einfach in Luft auflöst.
Massgebend ist einerseits die Zubereitungsart: wird eine Banane flambiert, verdampft dabei so gut wie kein Alkohol. Wird aber ein Stück Fleisch zwei Stunden im Rotwein geschmort, verdampft der Alkohol zum grössten Teil.
Entscheidend ist aber auch die Kochdauer: bei zwei Minuten Flambieren bleibt 80% des Alkohols beibehalten, bei 10 Minuten Kochen enthält das Gericht immernoch 60% des Alkoholgehalts. Wer aber einen Braten zwei Stunden im Rotwein schmort verdampft damit auch den grössten Teil des Alkohols, es bleibt nämlich lediglich 10% Restalkohol übrig.
